von Christiane Rösinger
Sehnsucht nach Schicksal? Die Heldin dieses autobiographischen Romans will nicht länger nur auf dem heimatlichen Dorfacker in eine Mohrrübe singen (»Downtown«)! Also geht sie voller Sehnsucht nach Berlin, wo sich im Kreuzberg eine Band zusammenfindet, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat: »Sie waren der griechische Chor in den Dramen der 90er Jahre«, schrieb die Presse über die Lassie Singers, deren Textzeilen nicht selten zu geflügelten Worten wurden. Leider erwies sich die vertonte Lebenshilfe als wenig lukrativ, und so entwickelt sich die Sängerin rund um die Jahrhundertwende zur Ausgehspezialistin und Vorreiterin aller prekär beschäftigten Bohemiens.
Christiane Rösingers „Das schöne Leben“ erarbeitet Grundlagen und soziologische Standards des Bandwesens (»Die Posttourdepression«), betreibt Lebensstilforschung (»Leben im Liegen«, »Champagnervergiftung«) und analysiert die Mechanismen der Ausgehgesellschaft zwischen »Leben in der Bar« und »Erschöpfung im Nachtleben«. Subtile Überlegungen zum Thema »Intelligent ausgehen« stehen neben solchen zu »Geld und Gefühl«. Vor allem aber lässt sich von der Hauptfigur dieser heiteren Prekarisierungserzählung lernen, wie man sich mal schlecht, mal recht durchs Leben schlägt.
Christiane Rösinger, geboren in Rastatt und aufgewachsen im badischen Hügelsheim, ist Gründerin, Sängerin und Texterin der Berliner Band Lassie Singers und der Nachfolgeband Britta. In den 90er Jahren war sie eine der Betreiberinnen der legendären »Flittchenbar« am Berliner Ostbahnhof. Neben ihrer Arbeit als Musikerin schreibt sie Kolumnen und andere Beiträge für verschiedene Zeitungen und Magazine, darunter taz, Tagesspiegel, Berliner Zeitung und Frankfurter Allgemeine Zeitung. »Das schöne Leben« ist ihr erstes Buch.
Wer Christiane Rösinger von Auftritten ihrer Bands "Britta" und "Lassie Singers" kennt, wird ahnen, dass ihre Lesung am LINZFEST09 keine räuspernden Veranstaltungen hinter einem Wasserglas werden.
»Eine der besten Songschreiberinnen des deutschen Popwesens.« Welt am Sonntag
»Bei Christiane Rösinger sind die Worte zu Hause.« Rocko Schamoni